Tips und Tricks
Tips und Tricks
Kerze:
Kerzen im Hause sind sehr stimmungsvoll; im Notfall besser als nichts (am besten Taschenlampe), aber auch gefährlich.
Gefahr:
Brennende Kerzen fallen um oder kommen bei der Fehlersuche nach einem Kurzschluß an brennbare Teile. Tischkerzen entzünden die darüberhängenden Lampen oder Mobiles. Kerzen können den Weihnachtsbaum in Brand setzen. Kerzen versengen Wimpern und Haare beim Zigarettenanzünden. Kerzen verursachen in der Garage Benzinexplosionen.
Schutz:
Kerzen gehören in einen Kerzenhalter und sollten nur im äußersten Notfall (fehlende Taschenlampe) zur Fehlersuche bei Kurzschluß dienen. Immer sollte man wissen, wo der Sicherungskasten ist, auch in der neuen Wohnung. Auf brennbare Teile in der Umgebung der Kerze achten (Gardinen, Nylon usw.). Kerzen nicht unter Hängelampen stellen (sehen anschließend auch verrußt aus). Beim Zigarettenanzünden Kerzen zur Zigarette, niemals umgekehrt, insbesondere bei niedrigen Tischen. Kein offenes Feuer in der Garage - ob dort ausdrücklich vorgeschrieben oder nicht.
Weihnachtsbaum:
Der Weihnachtsbaum muß mit Überlegung aufgestellt werden: weit weg von Gardinen und Wandbehängen, vor Zugluft möglichst geschützt, sicher in einem schweren Ständer befestigt. Vorsichtige Leute haben trotzdem einen Eimer Wasser oder Sand griffbereit. Kerzen müssen so befestigt werden, daß sie nicht kippen und nach oben keine Zweige in Brand setzen können. Kerzen in der Reihenfolge von oben nach unten anzünden und in umgekehrter Reihenfolge löschen. Die elektrische Baumbeleuchtung (natürlich VDE-geprüft) erfordert weniger Aufwand, aber auch für sie gilt: Niemals Kinder unbeaufsichtigt lassen. Splitter von Schmuckkugeln sind scharf. Es gibt schon bruchsichere Kugeln aus Plastik, die genauso gut aussehen. Vorsicht auch nach dem Fest beim Zerhacken und beim Verbrennen (falls im Ofen). Die Nadeln sind harzreich und verpuffen! Elektrische Baumbeleuchtung für Innenräume nicht im Freien verwenden.
Fettbrand:
Fettbrand entsteht, wenn Fett und Öl (Dämpfe!) mit Feuer in Berührung kommen. Bei stark erhitztem Fett entstehen bläulich brennende Flammen z. B. wenn Öl, Fett, Wachs auf heiße Platten kommen. Bei Verbindung von Fett mit wasserhaltigen Zutaten spritzt es aus der Pfanne.
Merke: Nie Wasser zum Löschen benutzen, das würde die Gefahr vergrößern. Ruhe bewahren. Strom bzw. Gas abschalten oder Behälter vom Kohleherd. Fett ausbrennen lassen oder Fettbrand ersticken (Deckel drauf).
Schutz: Fett nicht unbeobachtet auf Herd erhitzen. Um Überschwappen des Fettes durch Stoßen an Pfanne zu vermeiden, Stiel seitwärts oder nach hinten drehen.
Zimmerbrand:
Heutzutage baut man feuersicher; trotzdem gibt es immer wieder Brände. Die feuersichere Bauweise wird durch Mobiliar, Teppiche, Isolierstoffe, Vorhänge, eingebrachte feuergefährliche Stoffe und sorglosen Umgang damit weitgehend unwirksam gemacht. Man bedenke: alles, was brennbar ist - Holz, Textilien, Schaumstoffe (entwickeln hochgiftige Dämpfe!) Chemikalien (Farben, Lacke Reinigungsmittel usw.) -, könnte brennen; alles, was zündfähig ist, könnte sich entzünden. Die geflickte Sicherung, Kohleherd, Heizgerät, Kerze, Petroleumlampe sind mögliche Zündquellen. Schutz: Bei der Einrichtung der Wohnung an die Feuergefahr denken. Sollte wirklich etwas passieren: keine Panik, Brandgeruch warnt zumindest tagsüber meist früh. Alle Türen und Fenster schließen! Feuerwehrnotruf: 122.
Kurzschluß:
Es knallt, riecht, funkt - alle Elektrogeräte fallen aus, es ist dunkel! Gut, wenn man weiß, wo die Taschenlampe ist. Was ist passiert? Die Leitung ist überlastet, oder irgendwo im elektrischen Leitungsnetz ist die Isolation zerstört, der Strom findet den "kürzesten" Weg, steigt ins Riesenhafte, die Leitungen wollen anfangen zu brennen; die Sicherung schaltet ab. Ruhe bewahren: Zur Taschenlampe (Kerze) tasten (Vorsicht: Stolpergefahr), sämtliche Elektrogeräte abschalten. Wenn das nicht möglich ist, Stecker ziehen, alle Lichtschalter bis auf einen auf "aus" stellen und eine neue Sicherung einschrauben (Vorsicht: die durchgebrannte Sicherung ist heiß) oder Sicherungsautomaten einschalten. Dann einen Lichtschalter nach dem anderen auf "ein" stellen; bleibt es hell, ist wenigstens die Beleuchtungsanlage in Ordnung. Jetzt ein Gerät nach dem anderen einschalten, bis es wieder dunkel wird. Das letzte Gerät war entweder fehlerhaft oder aber zu viele Verbraucher sind angeschlossen. (Hier erkennt man den Vorteil von getrennten Licht- und Steckdosenstromkreisen.) Fehlerhafte Geräte vom Fachmann nachsehen lassen; die meisten Kurzschlüsse kommen von selbstreparierten Geräten oder selbstgebastelten Geräteleitungen. Da hilft nur eines: den Elektriker holen!
Feuerlöscher:
Feuerlöscher werden nach Brandklassen eingeteilt:
* Klasse A für Brände fester, glut- und flammenbildender Stoffe, z. B. Holz, Papier, Kohle, Textilien;
* Klasse B für Brände von flüssigen und flüssig werdenden flammenbildenden Stoffen, z. B. Benzin, Öle, Fette, Wachs, Alkohol;
* Klasse C für Brände von Gasen, z. B. Erdgas, Flüssiggas (Propan und Butan);
* Klasse D für Brände von Metallen, z. B. Leichtmetalle.
Für den Haushalt geeignet: Feuerlöscher der Brandklassen A, B, C. Pulverlöscher sollten mindestens 6 kg Inhalt haben.
Merke: Gebrauchsanweisung vor Einsatz lesen! Feuerlöscher entleeren sich schnell, daher stoßweise betätigen. Regelmäßige Prüfung auf Funktionsbereitschaft ist notwendig.
Verbrennung - Verbrühung:
Es gibt kaum eine Verletzung, die in Abhängigkeit von Ausdehnung und Tiefe der lokalen Schädigung (Brandwunde) eine so umfassende Störung im menschlichen Organismus zur Folge haben kann (Verbrennungskrankheit), wie die Verbrennung oder Verbrühung. Die Entstehung des zunächst lokalen Schadens ist abhängig von :
1. der Höhe der Temperatur,
2. der Zeit der Einwirkung.
Kurzzeitig auf die Haut einwirkende Flammenausstrahlungen, die bei explosionsartigen Verbrennungen durch Stichflammen entstehen, verursachen weniger tiefgreifende Hautzerstörungen als länger dauernder Kontakt mit offenen Flammen, heißen Gegenständen oder erhitzten Flüssigkeiten. In gleicher Weise sind auch die Strahlenschäden durch Ultraviolettstrahlen Sonnenbrand, Röntgenstrahlen oder die Strahlen radioaktiver Substanzen zu werten. Verätzungen durch aggressive Stoffe zeigen ähnliche Erscheinungen.
Die Maßnahmen der Erstversorgung am Unfallort gliedern sich in sechs Punkte:
1. Verkürzung der Einwirkungsdauer des Temperaturüberträgers durch Löschen brennbarer Kleidung. Menschen mit brennenden Kleidern versuchen immer panikartig fortzulaufen. Vordringliche Aufgabe ist es, sie daran zu hindern und die brennenden Kleidungsstücke möglichst schnell - sofern vorhanden - mit Wasser (Brause) zu löschen. Die Flammen können aber auch durch rasches Umwickeln des Betroffenen mit feuchten Tüchern, Decken, Teppichen oder ähnlichem erstickt werden. Ist auch dies nicht greifbar, wird notfalls der brennende Verunglückte so lange auf dem Boden gerollt, bis die Flammen erstickt sind.
2. Schmerzlinderung und Erhalten der Keimarmut der Verbrennungswunde durch keimfreien Verband. Bei Verbrennungen an Armen und Beinen mindestens 15 Minuten mit Wasser kühlen. Verbrennungswunden zeichnen sich anfangs durch eine hohe Keimarmut aus. Die beste Maßnahme zur Vorbeugung einer Infektion ist, diese Keimarmut zu erhalten, d. h. die Wunden nicht zu berühren, Brandblasen nicht zu öffnen, sondern nur mit sterilen Tüchern zu bedecken. Wenn keine sterilen Tücher zur Hand sind, so reicht es aus, gebügelte Wäschestücke dem Kleiderschrank zu entnehmen. Es sollte keine Zeit mit dem Anlegen unnötiger Verbände verschwendet werden. Fehl am Platze sind: Mehl, Öl, Lebertran, Desinfektionsmittel, Puder, Wismut-Brandbinden und Salben. Durch diese Hausmittel wird die Wunde nicht nur infiziert, sondern es werden auch bestimmte Behandlungsformen von vornherein unmöglich gemacht. Bei kleinen Brandverletzungen ersten Grades ist die unmittelbare Anwendung von fließendem kaltem Wasser ein probates Mittel, eine Blasenbildung zu verhindern und den Schmerz zu lindern.
3. Schockbekämpfung durch entsprechende Lagerung. (s. Schock, Ohnmacht)
4. Notruf eines Rettungswagens
5. Verletztem zu trinken geben. Eine zum Trinken verabreichte Salzlösung (1 Teelöffel Kochsalz auf einen Liter Flüssigkeit) wird schnell aufgenommen. Keine Flüssigkeit verabreichen, wenn deutliche Schockanzeichen erkennbar sind.
6. Bewahren vor Wärmeverlust